Elbinger Legenden

Elbinger Legenden

Es gibt wohl in Polen keine Stadt, keine Städchen, keine Dörfer, die ihre eigene Sage, ihr eigenes Märchen oder Geschichte nicht hätte.   Elbing  kann sich auch mehreren Sagen über die Stadt und ihre Umgebung rühmen.  


Bäckergeselle

Es war Jahr 1521. Seit einigen Jahren gab es ein Krieg zwischen dem Großmeister des Deutschen Ordens  Albrecht, und dem polnischen König Sigismund. Zu dieser Zeit war Elbing eine Grenzstadt, die seit dem Frieden von Thorn zur Republik Polen gehört hat.  Während dieses Krieges begünstigte das Glück einmal eine andersmal andere Seite.  Die Truppe des Deutsche Ordens haben Braniewo eingenommen, dagegen Polen  haben die Burg in Pasłęku besetzt.
Elbing war als ein vermögendes Zentrum, das an der Grenze gelegen war, ein wichtiger, strategischer Punkt für die Kreuzritter.  De Großmeister hat also beschlossen, die Stadt zu erobern.  Zu diesem Zweck machte sich auf dem Weg am  4. März 1521 aus Königsberg  in die Richtung von Elbing 2 Tausend bewaffneten Soldaten unter der Leitung von Kasper von Schwalbach und Moritza von Knebel.


Trotz früheren Warnungen war die Stadt schwach überwacht.  Die Wachen, die in der Regel wachsam Waren, haben gedöst, weil sie durch die Zeremonien müde waren, die in der Stadt bis in die Nacht gefeiert wurden. Am Morgen, am 8. März, als der Nebel die umgebenden Felder zu bedecken begann,  haben bestochene Verräter die Wachen angegriffen und die Klappbrücke heruntergelassen und die schweren Eichentore geöffnet. Die Kreuzritter fielen wie eine Lawine auf die Stadt.  Als erster hat die Ordensfußsoldaten der Schmied Antoni Boran gesehen. Er rief die Menschen, die mit gemeinsamen Kräften versucht haben, die Zugbrücke zu heben.
Der Kampf brach aus. Die Brücke fiel in den Graben. Das hat jedoch  die angreifenden Ritter nicht aufgehalten. Darüber hinaus war in der Stadt schon eine zahlreiche Gruppe von Bewaffneten. Andere näherten sich und i jedem Moment konnten sie die Stadtmauer erreichen.  Auf dem Altmarkt  wimmelte. Von der Stadtseite  näherten sich schnelle, Laute Schritte der Menschen. Die spärliche Besatzung des Schlosses eilte zur Hilfe. Dutzenden von Bürgern stürmten den Turm, aus dem sie Steine, Balken, heißen Teer und Asche auf die Angreifer geworfen haben, indem sie dadurch den Angriff aufgehalten haben. Aber innerhalb von ein paar Metern vom Tor erschien  eine kompakte Kolonne der verbleibenden Kräfte des Deutschen Ordens.
Unter diesel Umständen war unter den Kämpfenden ein unbekannter Bäckergeselle.  Als die vorrückende Kolonne schon ein paar Meter vom Tor war, begann er mit seiner Bäckerschaufel dicke Schnüre zu schneiden, auf denen das Eichgitter aufgehängt war,  das sich im Tor gefunden hat. Der Bäckergesell hat immer wieder geschlagen, bis die Schnüre zu reißen begannen.  Endlich hat sich das schwere, mit Eisennägeln  beschlagene Gitter bewegt und es rutschte nach unten, indem es die ersten Reihen von Fußsoldaten  niedergedrückt hat, denen schon gelungen ist, die bereits das Tor betreten haben.  Die Kreuzritter sind von den Stadtmauern abgetreten. Und diese, die schon drin waren, mussten sich nach dem kurzen Kampe ergeben.  
Der Mutter des Bäckergesellens wurde mit einem Lied geehrt, und die Schaufel, mit der er die Seile durchgeschnitten hat, wurde im Inneren des Tors aufgehängt. Ihre Reste hingen dort noch durch über 250 Jahre. Es wurde auch zum Zeichen des Siegs im Tor ein Zeichen der Schaufel geschnitzt, und an jedem 8. März bis zum Jahr 1772 wurde in Elbing ein Stadtfest gefeiert.  


Rummelplatz

Alte Elbinger erinnern sich noch an ein Bild  von "einem Rummelplatz", das von Generation zu Generation übertragen wurde, der sich innerhalb der Mauer von mittelalterlichen Elbing befand hat.  Dieses kleine Paradies befand sich in der Altstadt zwischen dem Markttor und dem Schmiedetor.  
Es war ein großer mit verschiedenen Gattungen von Obstbäumen bepflanzter Garten.  Die Gartengrenze haben seltene Exemplare von Sträuchern dargestellt. In der Mitte dieses Parks wuchs eine riesige Linde, derer Zweigen den Schatten auf die unter ihr gestellte Tische geworfen haben.  Nicht weit vom Baum wurde ein Brunnen in Form eines großen Fisches gebaut. Die Wasserströme aus dem Brunnen haben den Behälter versorgt, indem Elbinger Kinder gespielt haben.  Und in der Nähe gelegenen Wassergraben sind Schwäne geschwommen.
Unmittelbar am Eingang zur Garten wurde eine Bierstube gebaut, in der man Elbinger Bier sowie  leckeres Lebkuchen bekommen konnte. An freien Tagen hat auf dem Gartenrasen Jugend getanzt.  Es waren hier auch verschiedene Schießvereine Tätig, die  die Liebhaber des Bogenschießens angelockt haben. Im Laufe der Jahre wurde der schöne Garten in Befestigungen umgewandelt, und die Erinnerung an ihm überlebte nur in den Erzählungen.


Elbinger Zauberer

Vor  langer Zeit, in jener Zeit, als  in der Welt Zauberer, Magier und Alchemisten spaziert haben,  wohnte in Elbing in der Nähe des Markttores  mit dem Nachnamen Kiliar oder wie anderes Behaupten mit dem Nachnamen Kilian.
In der Stadt wurde Kiliar wegen seiner schrecklichen Geizes und seiner Gier bekannt.  Er ernährte sich nur mit Fischen, die durch Fischer in die Stadt geliefert wurden.  Die Bewohner von Elbing  sagten über ihn, dass er verrückt ist, denn statt einer konkreten Arbeit zu Hause nachzugehen, kocht er Gold in den Kellern. Tatsächlich strebte Kiliar danach ein goldenes Metall zu gewinnen, aber leider eine Vielzahl von Zutaten und Mixturen immer wieder nicht erfolgreich war. 
Den Widrigkeiten des Schicksals entgegen und trotz Not und Spott der Menschen hat jedoch der Zauberer beschlossen, um jeden Preis, das Gold zu gewinnen. Er hat erfahren, dass man in der Nähe der Stadt, im Wald, der derzeit Fasanerie genannt wird, an alter Mühle, am Bach, den Teufel treffen kann. Der Wunsch nach Gold stiftete  Kiliar zum Handeln an. Er erstellte einen Pakt, den er mit eigenem Blut unterzeichnet hat und in einer stürmischen Nacht ging er, um sein Schicksal zu treffen

Der Teufel erschien an der Mühle in Form eines Bären.  Er setzte sich auf die Eiche und wartete auf den Zauberer. Als dieser gekommen ist, krähte der Bär vor Freude wie ein Hahn, und dann hat er mit menschlicher Stimme Kiliar den Pakt unter Mühlrad zu setzen.  Als der Befehl erfüllt wurde und die Seele des Zauberers schon fast zum Teufel gehört hat, rief der Bär: Und fange Gold ein! Fange Gold ein! Fange ...ein!
Und auf  Kiliar regneten wie Hagen golden Talern.  Aber sobald irgendwelche Münze den Körper des gierigen Zauberers berührte, erschien an der Berührungsstelle des Goldes mit dem Körper ein eiterndes Geschwür. Auf Grund des großen Schmerzens und der Angst verlor Kiliar seine Sinne und fiel auf den Boden. Am nächsten Morgen wurde er  tot im Wald unter einer alten Eiche gefunden,  indem er in seiner Hand einige seltsame Steine gehalten hat.


Mut von Elbingerinnen

Es war vor langer Zeit. Die Kreuzritter haben gerade heidnisches Preußen mit Kreuz und Schwert bekehrt.  Der Herrscher von Pommern war dann der aus  Falschheit, Raffinesse und Gerissenheit Prinz Swantopolk . Dieser Prinz war einst ein glühender Freund von Kreuzrittern, und ein anderes Mal ihr größter Feind. 
Eines Tages beschloss Swantopolk Elbing anzugreifen.  Gewiss kam er auf diese hinterhältige Idee, als er im Urwald war. Vielleicht hat es so ausgesehen, oder anders, aber es ist bekannt, dass eines Nachts... 
Mit einer starke Hand gezogene Lederabdeckung zeigte für ein Moment das Innere des Zeltes, in dem der Prinz ruhte.  
- Welche Neuigkeiten bringst du mir mit? – fragte Swantopolk seinen anvertrauten  Kundschafter und Freund Wojsław. 
- Wichtige Nachrichten, Herr. Die Elbinger Stadt ist verlassen.  Alle Männer machten sich auf den Weg gegen Preußen.  Einzige Möglichkeit, um anzugreifen und die Stadt zu erobern.  Das ist wahrlich eine reiche Stadt. 
In einem Moment haben laute Klänge des Waldhorns die Expedition gegen Elbing verkündet.  Die Kolonnen von feindlichen Truppen  machten sich auf den Weg auf einigen Wegen in die Richtung der Stadt.  Die Soldaten von Swantopolk gingen gern auf die Expedition.  Alle haben gewusst, dass die Stadt nicht geschützt wird. Es sind nur Frauen und Kinder geblieben. 
- Hey, werden wir plündern! Der Fürst Swantopolk weiß, was er macht! haben sie so gegrübelt.  Rote Stadtmauer, die mit Punkten von Wehrtürmern und von Einfahrtoren verflechtet waren, glänzten gold in der Sonne. Noch eine Weile und die Feinde erreichen die Mauer.  
Aber was ist das? Was ist los? Entlang den Stadtmauern, auf den Plattformen von Türmer erschienen Rüstungen und bunte Kleidungen von Elbinger Bürgern. Ein Wald von Lanzen und astigen Hellebarden tauchte über die Mauer auf... Die Angreifer waren entsetzt.  Sollte die Stadt belagert werden? Die Kräfte von Swantopolk waren zu klein. Der Fürst konnte sich auf den Sturmangriff nicht entscheiden. Ohne zu kämpfen, ist  Swantopolk abgetreten. Haben sich die Informationen von Wojsław falsch erwiesen? Haben die Elbinger die Stadt gar nicht verlassen? 
Oh ja! Aber darüber gleich. 
Man hat in Elbing beim Anblick des Rückzugs von Fürstentruppen gelacht, bis Tränen gekommen sind.  Von den Schutzmauern und  Wehrtürmer gingen  seltsam in die Männerkleidungen und Herrenrüstungen verkleidete Frauen hinunter. Dank ihrer Klugheit wurde die Stadt gerettet.  Es waren keine Ritter, die die Stadtmauer besetzt hatten.  Die Stellen ihrer Männer haben schlaue und mutige Frauen eingenommen, die den Prinzen getäuscht haben.


Über einen Ritter in silberner Rüstung

Es war während des großen Aufstands gegen Kreuzritter im Jahr 1260. Zu dieser Zeit die Stadt und die Burg waren durch  Preußen belagert.  Trotz der überwältigenden Kräfte des Feindes, verteidigten sich Elbinger tapfer. Der geistige Führer von Belagerten war der Ermland-Bischof  Anzelm, der dann in Elbing war. Der  Bischof Anzelm erhebte flehentliche Gebete an  selige Jungfrau Maria, Schutzheiliger des Ordens. Elbinger suchten nach verschiedenen Methoden, um die Stadt belagernde Angreifern von den Stadtmauern zu vertreiben.  Eines Nachts bewegte sich auf den Weg ein kleiner  Trupp von Kreuzrittern auf solche Art und Weise, um die Aufmerksamkeit von Preußen zu lenken. Die List ist gelungen, die Heiden haben den unter der Mauer der Stadt aufgeschlagenen Lager aufgelöst und haben den Flüchtlingen gefolgt.  Es stimmt, dass auf diese Art und Weise die Stadt gerettet wurde, aber die Kreuzrittertruppe ist in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.
Die Preußen holten Elbinger am Dorf Ogrodniki auf dem Landrücken ein. Auf einer weitreichenden  Waldlichtung sollte zur entscheidenden Schlacht kommen.  Es schien, dass Elbinger, die zehnmal schwächer in Zahlen als der Feind waren, zum Scheitern verurteilt sind. Jedoch bevor es zum ersten Austausch von Schlägen gekommen ist, passierte etwas Ungewöhnliches.  Die vordere Reihe der Heiden fielen wie von einem Blitz geschlagen, und den Rest der feindlichen Truppen in Panik verstreute.  Die vor Erstaunen erstarrten Elbinger konnten das Wesen der Sache gar nicht verstehen.  Dann haben sie erst von einem Preußen erfahren, der gefangen wurde,  was passiert ist.
- Das war ein Wunder – erzählte der Gefangene.
- Wenn der Befehl zum Angreifen gefallen ist, ist vom Himmel ein Ritter in silberner Rüstung hinabgestiegen und mit einem flammenden Schwert unsere Reihen geschlagen.  


Die nachfolgend präsentierten Sagen wurden auf Grund von Sammlungen bearbeitet, die durch die Herren  Roman Sulima-Gillowa, Janusz Hochleitnera und Janusz Charytoniuk veröffentlicht wurden. Wenn Sie an nachfolgend zitierte Sagen Interesse haben, machen Sie sich mit den Büchern vertraut, in denen sie gesammelt und  aufgezeichnet wurden.

Bibliographie: 
Roman Sulima-Gillow, "Na szlaku legend Ziemi Elbląskiej" -"Auf der Strecke der Sagen des Emlandlandes"  , Nowel (Novelle), Elbląg (Elbing) 1997, 
Janusz Charytoniuk Janusz Hochleitner, "Elbląg nasza mała ojczyzna"-"Elbing, unsere kleine Heimat", Klub Myśli Obywatelskiej – Club des bürgerlichen Gedankens, "Wspólnota Elbląska"-"Elbing Gemeinschaft" , Elbląg (Elbing) 1998, 
Janusz Charytoniuk, "Jeszcze o legendach"-"Noch über Sagen", Wiadomości Elbląskie – Elbinger Nachrichten, Nr. 2, 1987, Seite 11, 
Janusz Hochleitner, "Piekarczyk i Kiliar"-"Bäckergeselle und Kiliar", Kurier Elbląski – Elbinger Kurier, Nr. 9-10, 1996, Seite 6

 

Die Sage über Müller und die Müllerfrau

Die Truppen von Napoleon kamen nach Elbing 1807. Damit so viele Soldaten ernährt werden konnten, wurden die Elbinger gezwungen die Lebensmittel zu liefern. Eines Abends kam zu der Strauchmühle (Heute Hotel Młyn***) eine französische Patrouille. Die Soldaten ließen sich gutes Essen und Trinken servieren, da denen ausgezeichnete Gebäcke der Müllerfrau und der da hergestellte Wein bekannt waren. Als der Müller sah, was da los ist, weinte er nur bitter. Er sah schon in seiner Vorstellungen entleerte Speicher und Keller, beraubte Mühle und leere Speicher im Dachgeschoß. Der Müller hatte jedoch das Glück, das er bisher nicht richtig schätzte – eine schlaue Ehefrau. Sie schenkte Brot und Kuchen, wobei die einen Soldaten die Produkte aus faulem, die anderen aus ausgezeichnetem Mehl bekamen. Die ersten Franzosen verzogen den Mund und spuckten nur, die anderen dagegen behaupteten, das das Mehl für die Armee gut geeignet ist. Dann servierte der Müller den bisher zufriedenen Soldaten dünne und saure Weine, und die über die Gebäckwaren fluchtenden – kriegten ausgezeichnete Getränke. Angetrunkenen und verblüfften Soldaten konnten sich nicht verständigen und schließlich begannen sie heftig zu streiten. Der Garnisonquartiermeister ist zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die Mühle der Beitreibung nicht unterliegen wird.

Die Strauchmühle wurde als ein der nicht vielen wirtschaftlichen Objekte in Elbing aufrechterhalten. Als Andenken dieser Ereignisse wurden von den Nachfolgern die Steinköpfe der schlauen Ehefrau und des erschrockenen Müllers eingebaut. Nach Jahren fanden sie ihre Stelle über dem Eingang in die Steinmühle (heute das Restaurant des Hotels Młyn Aqua SPA).